Beschreibung
Erneuern, Kümmern, Anders sein, Kämpfen: Dem öffentlich geführten Diskurs um migrantische Mütter als belastet und passiv setzt diese Studie die Perspektive von Müttern türkischer Hintergründe entgegen. Komplexe Sichtweisen auf alltägliche Umstände und vielfältige Handlungsstrategien in als spannungsvoll empfundenen Situationen rücken in den Fokus. Im Mittelpunkt der Studie stehen empirische Ergebnisse aus Gruppendiskussionen, in denen Mütter Erlebtes benennen und deuten, sich positionieren, Einstellungen diskutieren und Arten und Weisen des Umgangs aushandeln. Am Beispiel Deutschlands und Australiens als Einwanderungsländer und sich hier entfaltender, normierender Diskurse um Mutterschaften wird ein Rahmen erarbeitet, in dem sich Aspekte im Leben von Frauen verorten lassen, die im Hinblick auf Belastungen relevant gemacht werden. Dieses Buch bietet einen thematischen und analytischen Einblick in spannungsvolle Bezüge des Alltags und lädt ein zu einer Auseinandersetzung mit vielfältigen Erlebens- und Umgangsweisen, Positionierungen und Standpunkten von Müttern türkischer Hintergründe in westlichen Migrationsgesellschaften.
Autorenportrait
Hanna Rettig, M.A. Sozial- und Organisationspädagogik, geboren 1984, ist Doktorandin im DFG-Graduiertenkolleg 1474 "Transnationale Soziale Unterstützung" an der Universität Hildesheim, wo sie zum transnationalen Agieren junger Menschen in christlich-evangelikaler Mission forscht. Ihre Interessen liegen vor allem in den Themenbereichen Transnationalität,?Religion,?Geschlecht und Kultur sowie?Qualitativer Sozialforschung, hier insbesondere ethnographische Methoden und Gruppendiskussionen.